48. Konzertjahrgang - 2022

 

SAMSTAG, 23. APRIL: STUDIENFAHRT

des Kgl. EGMV zur Pfarrkirche Tiège

Ein Besuch der Kirche „Notre Dame des Victoires“ in Tiège mit Kirchenführung und Orgelmusik steht auf dem Programm der nächsten Studienfahrt des Kgl. Eupener Geschichts- und Museumsvereins, die am Samstag, 23. April 2022 um 14.00 Uhr stattfinden wird.

Sie hat etwas von der Kirche am Garnstock, diese an der Hauptstraße zwischen Jalhay und Spa gelegene Kirche „Notre Dame des Victoires“ in Tiège.

Da die alte Kirche im 2. Weltkrieg größtenteils zerstört wurde, wollte der damalige Pastor Paul Nolens mit dem Kirchenneubau ein Gesamtkunstwerk schaffen. So birgt das neoromanische Gebäude im Inneren wahre Kostbarkeiten. Genau wie in der Garnstock-Kirche hat auch hier Maria Hasemeier-Eulenbruch aus Raeren wichtige sakrale Kunstwerke geschaffen: die Tabernakeltüren, die Madonna des Seitenaltares und den Kreuzweg. Das 3 Meter hohe Kreuz an der Chorwand ist eine Gemeinschaftsarbeit zusammen mit ihrem Mann Robert Hasemeier. Leider starb dieser aber 1954 an einem Herzinfarkt, noch bevor das Kreuz angebracht werden konnte.

Es gibt aber noch andere sehenswerte Kunstwerke in der Kirche; einige sind Schenkungen an Pastor Nolens, der im 2. Weltkrieg im Widerstand tätig war.

Wie viele Kirchen, ist auch die Kirche in Tiège meist geschlossen, außer an den Sonntagen, wenn die Messe gefeiert wird.

Der Besuch des EGMV wird möglich durch die bereitwillige Hilfe von Frau Lucy Deblon-Marquet. Von Beruf Krankenpflegerin und Hebamme hat sie in dieser Kirche nebenbei ihre Leidenschaft für die Musik ausleben können: 1949 nahm sie als 18-jährige das Organistenamt in der Pfarrkirche Tiège an, das sie während mehr als 70 Jahren bekleidete. Da sie den Bau der Kirche von Anfang an miterlebt hat, weiß sie natürlich Vieles über die Zerstörung der alten Kirche durch eine V1, den Bau der neuen Kirche sowie über den legendären Pastor Paul Nolens und seine spannende Lebensgeschichte zu berichten. Mit der Künstlerin Maria Hasemeier-Eulenbruch war sie befreundet und hat diese oft in Raeren besucht.

Die von Musik, Architektur und bildenden Künsten begeisterte Frau Deblon wird im Dialog mit Joseph Weber, der die Kirchenbesichtigung vorbereitet und führen wird, den Zuhörern von vielen spannenden Erlebnissen aus ihrem langen Leben im Zusammenhang mit der Kirche von Tiège zu berichten wissen.

Zum Ende der Studienfahrt wird Hans-Georg Reinertz, Mitarbeiter des Kgl. EGMV, die Orgel der Kirche in einem kleinen Konzert mit Werken von Heinrich Scheidemann, Franz Tunder, Dietrich Buxtehude, Johann Pachelbel, Antoine Lefébure-Wely und Louis Marchand vorstellen.
 
Über Jahrhunderte hinweg war es Betrachtern möglich, an der Gestaltung des Orgelprospekts die innere Gliederung einer Orgelanlage abzulesen. Nachdem man in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts vereinzelt dazu übergegangen war, auf eine Prospektfront zu verzichten, indem das  Pfeifenwerk optisch interessant in den Raum gestellt wurde, kam man ab den 60er und 70er Jahren dann gelegentlich dazu, dem Pfeifenwerk eine Prospektkulisse voranzusetzen, sodass das Äußere keine Rückschlüsse auf das Innere der Orgel zulässt. Eine solch seltene Prospektkulisse, die von den Architekten Frailot et Tissot aus Paris entworfen wurde, trifft man in der Kirche von Tiège an. Weder senkrechte noch waagerechte Linien sind zu erkennen und eine gewisse Parallelität findet sich lediglich in der Anordnung der in Kupferlegierung erstellten Frontpfeifen, wenngleich auch diese in leichter Schrägstellung zum Kirchenschiff hin aufgestellt sind.

Das Innenleben dieses Instruments wurde 1973 von Orgelbauer André Thomas aus Ster/Francorchamps erneuert.

Vor Ort wird um eine Unkostenbeteiligung in Höhe von 3 € gebeten.

Dauer der Führung mit Konzert: etwa 1 ½ Stunden

 

 

Sonntag, 12. Juni 2022, Ort noch zu bestätigen:

Carmen Heuschen, Flöte - Hans-Georg Reinertz, Orgel

Musik am Hofe Friedrichs des II., König von Preußen, und der Prinzessin Anna Amalia von Preußen

Mit der Thronbesteigung Friedrichs des Großen im Jahre 1740 rückte Berlin zu einem Kulturzentrum von besonderem Rang auf, scharte dieser kunstliebende König doch einen ansehnlichen Kreis namhafter Musiker, Komponisten, Musikschriftsteller, Philosophen und Wissenschaftler um sich. Somit erlebte Berlin bis zum Ausbruch des Siebenjährigen Krieges eine kulturelle Blütezeit, die ihre Auswirkungen noch bis ins 19. Jahrhundert zeigen sollte.

  Berlin, Friedrichs Schloss SANSSOUCIS

 

Hommage à Johann Joachim Quantz anlässlich seines 325. Geburtstages

Johann Joachim Quantz, der vor genau 325 Jahren geboren wurde, nahm als Querflötenlehrer und langjähriger musikalischer Berater Friedrich des Großen einen besonderen Rang innerhalb der Hofmusiker ein. Als Musiklehrer der Schwester des Königs, der Prinzessin Anna Amalia von Preußen, war auch der Cembalist der Hofkapelle, Carl Philipp Emanuel Bach, einer der bedeutendsten Vertreter dieses "Berliner Kreises", zu dem u.a. auch Benda, Kirnberger, Riedt und die Gebrüder Graun gehörten.

 

 

Sonntag, 11. September 2022, um 16.30 Uhr:

ORGELKONZERT HANS-GEORG REINERTZ

„Im Schatten Brabanter Residenzen, Brüsseler Königshöfe und bischöflicher Fürstenpalais" - Musik der spanischen und österreichischen Niederlande und des Fürstbistums Lüttich

  • Reihe Ostbelgischer Orgelsommer '22

 

Auf dem Programmzettel dieses Orgelkonzerts stehen Werke von Komponisten, die im Schatten der königlichen Höfe der spanischen und österreichischen Könige in Brüssel und der Fürstbischöfe des Fürstbistums Lüttich wirkten.
Aus dem Gebiet der südlichen Niederlande, dem heutigen Belgien, gingen im ausgehenden Mittelalter zahlreiche Musiker und Komponisten hervor, die nachhaltig die europäische Vokal- und Instrumentalmusik beeinflußten. Einer von ihnen, der 1480 in Roeselaere geborene Adrian Willaert, der in seiner Funktion als erster Organist des Markus-Doms von Venedig zu einem der Gründer der berühmten Venezianischen Schule werden sollte, steht mit einer Komposition für Orgel zu Beginn eines Konzertprogramms, das die Höhepunkte organistischer Kompositionskunst in diesem Gebiet über mehr als drei Jahrhunderte näher bringt.

So führt die musikalische Reise von Simon Lohet über Pieter Cornet, Gerardus Scronx, Henry Dumont, Abraham van den Kerkhoven, Pierre Paepen, La Fosse und Lambert Chaumont bis Thomas Babou, der Anfang des 18. Jhdts. in Lüttich wirkte. Das Konzert endet mit der effektvollen „Chasse de Saint Hubert“, einer Jagdmusik des Lütticher Geistlichen Pierre Thorette, die ab 1670 bis ins 20. Jahrhundert hinein alljährlich zum Fest des heiligen Hubertus, Bischof von Lüttich, in verschiedenen Lütticher Kirchen zu Gehör gebracht wurde.

 

 

IM HERBST:

ORGELKONZERT HANS-GEORG REINERTZ

Eine abwechslungsreiche Werkauswahl aus dem 400 Jahre alten Orgelbuch des Ordens der Lütticher Kreuzherren, dem

Die Handschrift des „Liber Fratrum Cruciferorum Leodiensium – 1617“ befindet sich heute in der Bibliothek der Universität Lüttich und enthält auf 77 Doppelseiten insgesamt 54 Kompositionen. Diese Sammlung ist eine wahrhaft „internationale“, finden sich doch Werke von italienischen, englischen und niederländischen Komponisten in ihr enthalten. Neben Kompositionen von Gabrieli, Merulo, Sweelinck, Philipps, Browne und Scronx wurden in diesem Orgelbuch auch zahlreiche Werke anonym überliefert.

 

Erstaunlich ist, dass diese Sammlung nur freie Orgelmusik und keine liturgische Musik enthält, obschon sie für den Gebrauch der Klosterbruderschaft angelegt wurde. Dieses Orgelbuch ist ein wichtiges Dokument, zeigt es doch, wie das Repertoire eines Organistens zu Beginn des 17. Jahrhunderts ausgesehen hat. Gleichzeitig ist diese Sammlung zukunftsweisend, besonders in den als "Echo" bezeichneten Stücken. Diese Bezeichnung "Echo" ist nämlich als Spiel auf verschiedenen Klangebenen zu verstehen und bei näherer Untersuchung dieser Stücke erkennt man in diesen, Vorgänger des später sehr beliebten "Voluntary for double organ", der "Basse de trompette" und des französischen "Dialogue".

 

Seit den 1000-Jahr-Feierlichkeiten des Fürstbistums Lüttich im Jahre 1980 befasste sich Hans-Georg Reinertz intensiv mit dem „Liber Fratrum Cruciferorum Leodiensium – 1617“, verfasste Aufsätze für verschiedene Fachorgane, gab Vorlesungen zu diesem Thema und spielte Werke dieser Sammlung auf Schallplatte ein. Für das hier angekündigte Konzert stellte er eine repräsentative Werkauswahl zusammen, die die Reichhaltigkeit dieser bedeutenden Lütticher Sammlung demonstriert. So kommen neben Kompositionen anonymer Komponisten Werke von Andrea Gabrieli, Vincenzo Pellegrini, Jan Pieterszoon Sweelinck, Peter Philips, Paulus Siefert, Gerardus Scronx und William Browne zur Aufführung.

 

 

 

 

 

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